Alle kennen den mit Blaulicht und Martinshorn laut tönenden Rettungswagen, der mit hauptamtlichen Einsatzkräften und Zivildienstleistenden des Deutschen Roten Kreuzes besetzt ist und uns zu jeder
Tages- und Nachtzeit bei Notfällen der unterschiedlichsten Art schnell zur Verfügung steht. Hausunfälle, schwere Verkehrsunfälle, Herzinfarkte und der entgleiste Zucker gehören hier zum täglichen
Geschäft der ausgebildeten Retter.
Was ist aber, wenn es zu besonderen Situationen kommt? Was, wenn das Großschadensereignis oder der Katastrophenfall eintritt oder gar der hauptamtliche Rettungsdienst an manchen Tagen im Jahr
überlastet ist?
Allen ist sicherlich noch das schreckliche Unglück des ICE-Zuges in Eschede in Erinnerung. Viele können sich auch noch an den Unfall des Tanklastzuges in Herborn oder den Absturz des Kampffliegers
der französischen Streitkräfte in eine Siedlung von Biberach erinnern. Die Jahrhundert-Hochwasser im Osten Deutschlands werden noch lange im Gedächtnis bleiben. Aber auch Unfälle mit vollbesetzten
Omnibussen gehen von Zeit zu Zeit durch Funk und Fernsehen. Selbst vor unserer eigenen Haustür kann so etwas passieren, wie das schwere Unwetter beim "Bang-your-Head"-Festival gezeigt hat.
Schadensereignisse in diesen Größen passieren und können in solchen Fällen durch unser hauptberufliches Rettungsdienstpersonal nicht allein bewältigt werden, da dieses System für das normale
Tagesgeschäft ausgelegt ist. In solchen Fällen muß auf Personal zugegriffen werden, das sich für den Katastrophenfall bzw. für katastrophenähnliche Ereignisse und Großschadenslagen ständig bereit und
fit hält.
Dieses wird von den örtlichen Bereitschaften des DRK gewährleistet. Es gibt sie in fast jeder größeren Ortschaft unseres Landkreises. Unterstützt werden sie u.a. durch spezialisierte
Schnelleinsatzgruppen. Und im Katastrophenfall und bei sehr großen Schadenslagen werden die Einsatzeinheiten des Katastrophenschutzes mobilisiert.
Aber auch zahlreiche Sanitätsdienste bei Veranstaltungen unterschiedlicher Größe, wie z.B. Stadtfeste, Sportveranstaltungen, Faschingsveranstaltungen usw. stellen immer wieder neue Herausforderungen
dar. Freiwiliige Helfer, die beim Roten Kreuz eine Sanitätsausbildung durchlaufen, stellen dabei ihre Hilfe ehrenamtlich zur Verfügung.
Da wir eine Einrichtung des Katastrophenschutzes sind, können wir auch für junge Männer eine Freistellung vom Wehrdienst erwirken, damit sie eine Art Friedensdienst bei uns im Ortsverein absolvieren
können.
Damit auch der Nachwuchs gesichert ist und die Jugendarbeit als solche eine wichtige Aufgabe darstellt, wurde 2001 unser Jugendrotkreuz wieder ins Leben gerufen. Hier lernen sie von klein auf
"spielend” Erste-Hilfe zu leisten und die humanitären Grundgedanken des Roten Kreuzes zu verstehen, die in unserer heutigen Gesellschaft oft zu kurz kommen.
Aber nicht nur unsere Jugend wird betreut, auch unsere Senioren verdienen Aufmerksamkeit. Daher bieten wir verschiedene Aktivitäten für an, wie z.B. Ausflüge, gemütliche Treffen oder auch
Senioren-Tanz.
Eine ebenfalls sehr wichtige Aufgabe erfüllt der Notfall-Nachsorge-Dienst (NND). Unsere NND-Mitarbeiter bieten unverletzt gebliebenen Angehörige in Krisensituationen
"psychosoziale-Erste-Hilfe".
Aber auch Personen, die uns tatkräftig unterstützen wollen, die sich aber aus den verschiedensten Gründen nicht so fest binden wollen oder können, wie es für die ständige Tätigkeit in den
Rotkreuzgemeinschaften erforderlich ist, haben wir einen speziellen "Arbeitskreis" gebildet, indem sie uns aktiv helfen können.
Wer hier Interesse an unser ehrenamtlichen Tätigkeit hat, ist sehr herzlich eingeladen mitzumachen.